Pulverbeschichtung bei Aluminiumfenstern: Was sie leistet
Die Pulverbeschichtung schützt Aluminiumfenster vor Korrosion und UV-Strahlung. Was das Verfahren leistet, wie lange es hält und worauf man achten sollte.
Warum Aluminium beschichtet werden muss
Aluminium korrodiert nicht wie Stahl – aber es oxidiert. An der Luft bildet sich schnell eine dünne Oxidschicht, die das Aluminium darunter zwar schützt, aber optisch unattraktiv ist und keine Farbwahl erlaubt. Für Fensterrahmen, die in jeder gewünschten Farbe geliefert werden sollen und Jahrzehnte lang schön und geschützt bleiben müssen, braucht Aluminium eine Oberflächenveredelung.
Die Pulverbeschichtung ist dabei das mit Abstand häufigste und ausgefeilteste Verfahren – und der Grund dafür, dass Aluminiumfenster in nahezu jede RAL-Farbe gefertigt werden können.
Das Pulverbeschichtungsverfahren im Detail
Vorbehandlung
Bevor das Pulver aufgetragen wird, durchläuft das Aluminiumprofil eine intensive Vorbehandlung:
Die Vorbehandlung ist entscheidend für die Haltbarkeit der Endschicht. Schlechte Vorbehandlung führt dazu, dass die Beschichtung nach wenigen Jahren abplatzt.
Elektrostatisches Auftragen des Pulvers
Das Pulver – ein fein gemahlenes Gemisch aus Epoxid- oder Polyesterharz, Pigmenten und Hilfsstoffen – wird elektrostatisch auf das Profil aufgesprüht. Durch die elektrostatische Aufladung wird das Pulver gleichmäßig angezogen und haftet auch in Ecken und Hinterschneidungen präzise.
Dieser Schritt erfolgt in kontrollierten Beschichtungsanlagen, und das überschüssige Pulver wird zurückgewonnen und wiederverwendet – ein deutlicher Vorteil gegenüber Nasslackierungen in puncto Materialeffizienz.
Einbrennen bei 180 bis 200 Grad Celsius
Nach dem Aufsprühen durchlaufen die beschichteten Profile einen Einbrennofen. Bei Temperaturen zwischen 180 und 200 Grad Celsius schmilzt das Pulver, verliert seinen Kornanschluss und bildet eine glatte, feste, geschlossene Filmschicht.
Der Einbrennprozess dauert je nach Schichtstärke und Profilgeometrie 15 bis 30 Minuten. Das Ergebnis ist eine gehärtete, unlösliche Beschichtung, die deutlich haltbarer ist als aufgebrachte Flüssiglacke.
Schichtdicke: Der Qualitätsfaktor
Die Schichtdicke der Pulverbeschichtung bestimmt maßgeblich ihre Schutzwirkung. Als Standard gilt:
Schichtdicken unter 60 µm bieten unzureichenden Korrosionsschutz und kratzen schneller. Bei QUALICOAT-zertifizierten Beschichtungen ist eine Mindestschichtdicke von 60 µm garantiert – an jeder Stelle des Profils, nicht nur im Mittelwert.
Kratzfestigkeit und Alltagstauglichkeit
Eine hochwertige Pulverbeschichtung ist erheblich kratzfester als aufgebrachte Flüssiglacke. Tiefe Kratzer durch harte Gegenstände sind möglich, aber oberflächliche Alltagsberührungen, normale Reinigung und mechanische Belastung beim Öffnen und Schließen hinterlassen keine Spuren.
Beim Transportschaden oder bei Montagearbeiten können Kratzer entstehen – diese sollten unmittelbar mit geeignetem Ausbesserungslack (Touch-up-Farbe des Herstellers in der gleichen Farbe) abgedeckt werden, bevor Feuchtigkeit in die Kratzstelle eindringt.
UV-Stabilität: 20 Jahre und mehr
Polyester-Pulverbeschichtungen für Außenfenster sind UV-stabil und behalten ihre Farbe über Jahrzehnte. QUALICOAT-Klasse 2 und Klasse 3 definieren erhöhte Anforderungen an die UV-Beständigkeit für sonnenkritische Klimazonen.
Bei normal pigmentierten Farben – Weiß, Grau, Beige – ist ein Verblassen nach 20 bis 25 Jahren minimal. Intensive Farben wie Rot, Blau oder Gelb können bei starker UV-Belastung nach 15 bis 20 Jahren leicht ausblassen.
Alle RAL-Farben und Sondertöne
Nahezu jede RAL-Farbe kann als Pulverbeschichtung aufgetragen werden. Das macht Aluminiumfenster zur flexibelsten Wahl in der Farbgebung:
Duplex-Beschichtung: Grundierung plus Decklack
Für besonders anspruchsvolle Einsatzbedingungen – maritime Klimazonen, Industriegebiete, stark saure Luftverschmutzung – gibt es die Duplex-Beschichtung:
Die Duplex-Beschichtung verdoppelt die Korrosionsschutzwirkung und verlängert die Lebensdauer der Beschichtung deutlich.
QUALICOAT: Das wichtigste Qualitätszeichen
QUALICOAT ist das international anerkannte Gütezeichen für Aluminium-Pulverbeschichtungen. Hersteller mit QUALICOAT-Zulassung werden regelmäßig durch unabhängige Prüfstellen kontrolliert. Die Zertifizierung garantiert:
Beim Kauf von Aluminiumfenstern sollte nach QUALICOAT-Zertifizierung des Beschichtungsbetriebs gefragt werden.
Fazit: Die Beschichtung macht den Unterschied
Eine hochwertige Pulverbeschichtung auf einem Aluminiumfenster ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist das Ergebnis eines aufwendigen, kontrollierten Prozesses. Wer ein Aluminiumfenster kauft, kauft damit auch eine Beschichtungsleistung. Ein Blick auf das Qualitätszeichen und die Schichtdickenangabe lohnt sich.
Häufige Fragen
Welches Material ist für Pulverbeschichtung Aluminiumfenstern: Was sie am besten geeignet?
Aluminium korrodiert nicht wie Stahl – aber es oxidiert. An der Luft bildet sich schnell eine dünne Oxidschicht, die das Aluminium darunter zwar schützt, aber optisch unattraktiv ist und keine Farbwahl erlaubt.
Wie langlebig ist Pulverbeschichtung Aluminiumfenstern: Was sie?
Polyester-Pulverbeschichtungen für Außenfenster sind UV-stabil und behalten ihre Farbe über Jahrzehnte. Für Fensterrahmen, die in jeder gewünschten Farbe geliefert werden sollen und Jahrzehnte lang schön und geschützt bleiben müssen, braucht Aluminium eine Oberflächenveredelung.
Welche Vor- und Nachteile hat Pulverbeschichtung Aluminiumfenstern: Was sie?
Schlechte Vorbehandlung führt dazu, dass die Beschichtung nach wenigen Jahren abplatzt.
Wie pflege ich Pulverbeschichtung Aluminiumfenstern: Was sie richtig?
Aluminium korrodiert nicht wie Stahl – aber es oxidiert.
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