CO2-Fußabdruck von Fenstern: Was bei der Herstellung anfällt
Wie viel CO2 entsteht bei der Produktion eines Fensters? Die Unterschiede zwischen PVC, Holz und Aluminium sind dramatisch – mit überraschenden Details.
Fenster und ihre Klimawirkung in der Herstellung
Fenster werden selten auf ihren CO2-Fußabdruck hin untersucht. Dabei ist die Herstellung dieser Bauteile erheblich ressourcenintensiver als viele Käufer ahnen – und je nach Material sehr unterschiedlich klimaschädlich.
Dieser Artikel schlüsselt auf, was bei der Produktion von Fenstern aus PVC, Holz und Aluminium an Treibhausgasen anfällt – und wo die größten Hebel zur Reduktion liegen.
Treibhausgasemissionen je Fenster: Richtwerte
Für ein typisches Standardfenster (ca. 1,2 m × 1,4 m, Dreh-Kipp, Dreifachverglasung) gelten folgende Richtwerte für die Klimawirkung des Rahmens allein:
Diese Zahlen beziehen sich nur auf den Rahmen. Hinzu kommt die Verglasung.
Verglasung: Immer energieintensiv
Glas ist ein energieintensives Produkt – unabhängig vom Rahmen. Für die Herstellung von Floatglas werden Temperaturen über 1.500 Grad Celsius benötigt. Eine Dreifachverglasung (bestehend aus drei Scheiben, zwei Gasfüllräumen und Abstandhaltern) erzeugt pro Quadratmeter Glas ca. 15 bis 25 kg CO2e.
Für ein Standardfenster (ca. 1 m² Glasfläche) bedeutet das:
Die Verglasung macht bei einem durchschnittlichen Fenster oft mehr als die Hälfte des CO2-Fußabdrucks aus – und ist dabei materialunabhängig. Wer also ein Holzfenster wählt, spart Rahmen-CO2, aber nicht Glas-CO2.
Aluminiumproduktion: Der größte Emittent
Das Herzstück des Aluminium-CO2-Problems liegt in der Bayer-Hall-Héroult-Prozesskette:
Für ein Kilogramm Primäraluminium werden je nach Strommix 13 bis 17 kWh Strom benötigt. Bei europäischem Strommix entstehen dabei 12 bis 15 kg CO2e pro Kilogramm Aluminium.
Ein Aluminiumfensterprofil enthält 5 bis 8 kg Aluminium. Das ergibt allein für das Metall 60 bis 120 kg CO2e – ohne Pulverbeschichtung, Transport und Endverarbeitung.
Wird Aluminium hingegen aus 100 Prozent Ökostrom (z. B. isländische Wasserkraft) produziert, sinkt der CO2-Fußabdruck des Metalls auf 1 bis 2 kg CO2e pro Kilogramm – ein fundamentaler Unterschied.
PVC-Produktion: Chlorchemie mit Energieaufwand
PVC entsteht aus Ethylen (aus Erdöl/Erdgas) und Chlor. Die Chlorproduktion durch Chloralkalyse ist energieintensiv, aber effizienter als Aluminium. Die Gesamtemissionen für PVC-Rahmenmaterial liegen bei 3 bis 6 kg CO2e pro Kilogramm.
Ein vollständiger PVC-Fensterrahmen inklusive Flügel enthält ca. 6 bis 10 kg PVC-Material (zuzüglich Stahlverstärkung, Beschläge). Die Rahmenemissionen liegen damit bei 25 bis 40 kg CO2e.
Besonderheit: Im PVC ist Chlor gebunden – rund 57 Prozent des PVC-Gewichts besteht aus Chlor, das nicht aus fossilen Quellen stammt. Das macht PVC in der Klimabilanz etwas günstiger als rein erdölbasierte Kunststoffe.
Holzproduktion: Die klimapositive Ausnahme
Holz ist das einzige Fenstermaterial, das bei der Herstellung CO2 bindet statt freisetzt. Pro Kilogramm Holz (trocken) sind ca. 1,8 kg CO2 im Material gespeichert.
Die Verarbeitung zu Fensterprofilen – Sägen, Hobeln, Pressen (BSH), Verleimen, Oberflächenbehandlung – erzeugt Emissionen, die jedoch deutlich unter dem gespeicherten CO2 liegen:
Dieser Vorteil gilt unter der Voraussetzung, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und nicht aus Raubbau. FSC- oder PEFC-Zertifizierung ist deshalb wichtig.
Transportwege und ihre Bedeutung
Transportwege beeinflussen den CO2-Fußabdruck, sind aber bei Fenstern meist ein untergeordneter Faktor:
EPD-Nachweise: Wenn der CO2-Wert dokumentiert werden muss
Environmental Product Declarations (EPDs) sind standardisierte Dokumente, die den CO2-Fußabdruck und weitere Umweltkennwerte nach ISO 14025 und EN 15804 belegen. Sie sind relevant:
Große Fensterhersteller und Profilsystemanbieter (VEKA, Rehau, Schüco, Internorm) stellen EPDs für ihre Produkte zur Verfügung. Wer einen EPD-Nachweis benötigt, sollte ihn beim Angebotsgespräch ausdrücklich anfragen.
Fazit: Rahmen ist nur ein Teil der Gleichung
Der CO2-Fußabdruck eines Fensters hängt vom Rahmenmaterial, der Verglasung, dem Transportweg und der Endverarbeitung ab. Holz hat die beste Herstellungsbilanz, PVC liegt im Mittelfeld, Aluminium aus Primärproduktion ist am schlechtesten. Wer seinen ökologischen Fußabdruck minimieren will, wählt FSC-zertifiziertes Holz – oder Aluminium aus nachweislich regenerativen Energiequellen.
Häufige Fragen
Welches Material ist für CO2-Fußabdruck Fenstern: Was Herstellung am besten geeignet?
Dieser Artikel schlüsselt auf, was bei der Produktion von Fenstern aus PVC, Holz und Aluminium an Treibhausgasen anfällt – und wo die größten Hebel zur Reduktion liegen. Ein Aluminiumfensterprofil enthält 5 bis 8 kg Aluminium.
Wie langlebig ist CO2-Fußabdruck Fenstern: Was Herstellung?
Fenster werden selten auf ihren CO2-Fußabdruck hin untersucht.
Welche Vor- und Nachteile hat CO2-Fußabdruck Fenstern: Was Herstellung?
minus 10 bis minus 20 kg CO2e Dieser Vorteil gilt unter der Voraussetzung, dass das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt und nicht aus Raubbau.
Wie pflege ich CO2-Fußabdruck Fenstern: Was Herstellung richtig?
Fenster werden selten auf ihren CO2-Fußabdruck hin untersucht.
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