Brandschutzfenster: Was Materialien im Brandfall leisten
Brandschutzfenster sind in bestimmten Gebäudeteilen Pflicht. Welche Materialien im Brandfall versagen – und was echte Feuerwiderstandsfähigkeit bedeutet.
Wann reicht ein normales Fenster nicht?
Fenster sind in Gebäuden nicht nur Lichtöffnungen – sie sind auch Brandschutzbarrieren. An bestimmten Stellen im Gebäude muss ein Fenster im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Rauch für eine definierte Zeitdauer verhindern. Ein normales Fenster – egal ob PVC, Holz oder Aluminium – erfüllt diese Anforderung nicht.
Brandschutzfenster sind ein speziell entwickeltes und geprüftes Bauelement. Ihre Anforderungen, ihr Aufbau und ihre Einsatzbereiche unterscheiden sich grundlegend von Standardfenstern.
Feuerwiderstandsklassen: EI 30, EI 60, EI 90
Brandschutzfenster werden nach ihrer Widerstandsdauer in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. Die aktuellen europäischen Klassen sind:
Das E steht für Integrität – kein Durchbrennen, kein Durchdringen von Flammen. Das I steht für Isolation – die Raumseite des Fensters bleibt für die definierte Zeit ausreichend kühl, damit keine Entzündung an angrenzenden Materialien erfolgt.
Fenster, die nur das E-Kriterium erfüllen, werden als EW bezeichnet – sie verhindern das Durchbrennen, isolieren aber nicht vollständig thermisch. Sie sind für bestimmte Anwendungen zulässig.
Wann sind Brandschutzfenster Pflicht?
Brandschutzfenster werden vorgeschrieben, wenn:
Für private Einfamilienhäuser sind Brandschutzfenster selten notwendig. In Mehrfamilienhäusern, besonders im Treppenhaus und bei Wohnungstüren zum gemeinsamen Flur, greifen die Anforderungen dagegen häufig.
Warum PVC im Brandfall versagt
Kunststofffenster sind für Brandschutzanforderungen nicht geeignet. PVC beginnt bei ca. 80 Grad Celsius zu erweichen und verliert seine Form. Im direkten Brandfall zieht sich das Material schnell zusammen, die Verglasung fällt aus dem Rahmen, und das Feuer breitet sich ungehindert durch die Öffnung aus.
Darüber hinaus verbrennt PVC unter Freisetzung von Salzsäuregas und anderen schädlichen Verbrennungsprodukten – das erhöht die Gefährlichkeit im Brandfall für Menschen und Löschkräfte.
PVC ist deshalb für klassifizierte Brandschutzfenster kein zulässiges Rahmenmaterial.
Stahl und Aluminium als Grundmaterialien
Brandschutzfenster werden aus Stahl oder Aluminium (mit speziellen intumeszierenden Materialien) gefertigt:
Stahl als klassisches Brandschutzmaterial
Stahl schmilzt bei ca. 1.400 Grad Celsius – weit über den Temperaturen, die im Brandfall an einem Fenster auftreten. Stahlrahmen behalten im Brandfall ihre Form erheblich länger als jedes andere Fenstermaterial.
Für EI30-Fenster in einfacheren Anwendungen ist Stahl das Standardmaterial. Die Profile sind massiver als normale Stahlfensterprofile und oft mit Brandschutzfüllungen ausgestattet.
Aluminium mit intumeszierenden Materialien
Aluminium schmilzt bei ca. 660 Grad Celsius – eigentlich zu niedrig für Brandschutzanforderungen. Moderne Brandschutz-Aluminiumsysteme verwenden deshalb intumeszierende Materialien: Schichten, die sich im Brandfall stark ausdehnen und die Öffnung abdichten.
Für EI30 sind hochwertige Aluminium-Brandschutzsysteme geeignet. Für EI60 und EI90 sind Stahl-Systeme oder Stahlaluminium-Verbundsysteme der Standard.
Die Sonderverglasung: Borosilikatglas und Drahtglas
Normales Floatglas springt bei Brandhitze sofort. Brandschutzglas ist eine Spezialentwicklung:
Kosten von Brandschutzfenstern
Brandschutzfenster sind erheblich teurer als Standardfenster:
Der Preisunterschied liegt in der aufwendigen Konstruktion, dem zertifizierten Prüfprozess und den speziellen Materialien. Brandschutzverglasungen allein können mehrere hundert Euro pro Quadratmeter kosten.
Einbau und Zertifizierung
Brandschutzfenster dürfen nur durch zertifizierte Fachbetriebe eingebaut werden. Der Einbau muss gemäß den Einbauvorschriften des Herstellers erfolgen – jede Abweichung kann die Brandschutzklassifizierung ungültig machen. Nach dem Einbau erhält der Auftraggeber eine Übereinstimmungserklärung.
Fazit: Brandschutz ist eine Sonderdisziplin
Brandschutzfenster sind kein Thema für den normalen Fensterkauf, aber ein wichtiges Thema für Mehrfamilienhäuser, Gewerbebauten und Sondergebäude. Wer unsicher ist, ob Brandschutzanforderungen gelten, fragt beim Architekt, beim Bauordnungsamt oder beim zertifizierten Fensterfachbetrieb.
Häufige Fragen
Welches Material ist für Brandschutzfenster: Was Materialien Brandfall am besten geeignet?
Ein normales Fenster – egal ob PVC, Holz oder Aluminium – erfüllt diese Anforderung nicht. Brandschutzfenster werden aus Stahl oder Aluminium (mit speziellen intumeszierenden Materialien) gefertigt: Stahl schmilzt bei ca.
Wie langlebig ist Brandschutzfenster: Was Materialien Brandfall?
Brandschutzfenster werden vorgeschrieben, wenn: Fenster an Brandwänden oder in Treppenhäusern eingebaut werden Gebäude der Gebäudeklassen 4 und 5 (höhere Gebäude) bestimmte Abstände nicht einhalten Technische Baubestimmungen (z.
Welche Vor- und Nachteile hat Brandschutzfenster: Was Materialien Brandfall?
Brandschutzfenster werden nach ihrer Widerstandsdauer in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt.
Wie pflege ich Brandschutzfenster: Was Materialien Brandfall richtig?
Fenster sind in Gebäuden nicht nur Lichtöffnungen – sie sind auch Brandschutzbarrieren.
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