Low-E-Beschichtungen: Soft-Coat und Hard-Coat im Vergleich
Low-E-Beschichtungen machen modernes Isolierglas erst möglich. Soft-Coat und Hard-Coat unterscheiden sich in Herstellung, Leistung und Empfindlichkeit grundlegend.
Was sind Low-E-Beschichtungen?
Low-E steht für Low Emissivity – auf Deutsch: geringe Emissivität. Eine Low-E-Beschichtung auf Glas hat die Fähigkeit, langwellige Wärmestrahlung zu reflektieren, anstatt sie zu emittieren. Ohne diese Beschichtung würde ein erheblicher Anteil der Raumwärme als Infrarotstrahlung durch die Glasscheibe nach außen abgegeben. Mit Beschichtung wird diese Strahlung zurück in den Raum reflektiert.
Es gibt zwei grundlegend verschiedene Verfahren, um Low-E-Beschichtungen auf Glas aufzubringen: das Soft-Coat-Verfahren und das Hard-Coat-Verfahren. Beide erfüllen denselben Zweck, unterscheiden sich aber in Herstellungsweise, Leistungsdaten und Einsatzgebieten erheblich.
Soft-Coat: Die Hochleistungsbeschichtung
Soft-Coat-Beschichtungen werden durch das Magnetron-Sputtering-Verfahren (auch: Kathodenzerstäubung) aufgebracht. Dabei wird in einer Vakuumkammer ein Metallmaterial (meistens Silber) durch Ionenbeschuss von einem Target abgelöst und als hauchdünner Film auf der Glasoberfläche abgeschieden.
Die resultierende Silberschicht ist extrem dünn – sie liegt im Nanometerbereich – und unsichtbar. Um die Silberschicht zu schützen und die optischen Eigenschaften zu optimieren, werden meist mehrere Schichten übereinander aufgebracht: Haftvermittler, Silberschicht, Schutzschicht. Das Gesamtpaket heißt deshalb auch „Mehrschichtsystem".
Eigenschaften von Soft-Coat:
Hard-Coat: Die robuste Variante
Hard-Coat-Beschichtungen werden durch chemische Gasphasenabscheidung (CVD – Chemical Vapour Deposition) direkt während des Glasherstellungsprozesses aufgebracht. Während das Glas noch heiß ist (ca. 600 °C), werden Vorläufersubstanzen auf die Glasoberfläche aufgedampft und reagieren chemisch zu einer robusten Metalloxidschicht, typischerweise aus Zinnoxid (SnO₂) oder Fluorid-dotiertem Zinnoxid.
Eigenschaften von Hard-Coat:
Welche Scheibenfläche trägt die Beschichtung?
Die Position der Beschichtung im Glaspaket ist entscheidend für ihre Wirksamkeit und ihre Schutzanforderungen. Die Scheibenflächen werden bei Mehrscheiben-Isolierverglasung nummeriert:
Bei Zweifachverglasung trägt Fläche 3 die Wärmeschutzbeschichtung (Soft-Coat). Sie liegt im SZR und ist so vor Witterung und Berührung geschützt.
Bei Dreifachverglasung werden typischerweise die Flächen 2 und 5 beschichtet. Manchmal auch Fläche 3, je nach Produkt und Anforderung an den g-Wert.
Hard-Coat kann auch auf Fläche 1 (Außenseite) aufgebracht werden – das ist der Anwendungsfall für selbstreinigendes Glas mit fotokatalytischer TiO₂-Beschichtung.
Bedeutung für den Ug-Wert
Der Unterschied zwischen Soft-Coat und Hard-Coat zeigt sich direkt im erreichbaren Ug-Wert:
Für moderne Fenster, die den GEG-Anforderungen und Förderbedingungen genügen müssen, ist Soft-Coat die Standardwahl. Hard-Coat wird noch bei bestimmten Spezialanwendungen eingesetzt, insbesondere wo die Beschichtung mechanisch beansprucht wird oder auf der Außenfläche sitzen muss.
Erkennbarkeit der Beschichtung
Ob eine Scheibe beschichtet ist und welche Scheibenfläche die Beschichtung trägt, lässt sich mit einem einfachen Handtest prüfen:
Außerdem sind alle Isolierglasscheiben mit einem Randaufkleber oder einer eingebrannten Markierung versehen, die Hersteller, Norm und Beschichtung identifiziert.
Fazit
Soft-Coat ist die leistungsfähigere Beschichtung mit besseren Ug-Werten. Hard-Coat ist robuster und für wetterbeanspruchte Flächen geeignet. In modernen Isolierglaspaketen für Wohn- und Gewerbefenster ist Soft-Coat der Standard. Wer beim Fensterkauf nach der Verglasung fragt, sollte explizit nach dem Ug-Wert, der Gasfüllung und dem Beschichtungstyp fragen – diese drei Parameter bestimmen die thermische Qualität des Glases.
Häufige Fragen
Welche Verglasung eignet sich für Low-E-Beschichtungen: Soft-Coat Hard-Coat Vergleich?
Ohne diese Beschichtung würde ein erheblicher Anteil der Raumwärme als Infrarotstrahlung durch die Glasscheibe nach außen abgegeben. Bei Dreifachverglasung werden typischerweise die Flächen 2 und 5 beschichtet.
Was ist der Unterschied zwischen den Verglasunsarten bei Low-E-Beschichtungen: Soft-Coat Hard-Coat Vergleich?
Low-E steht für Low Emissivity – auf Deutsch: geringe Emissivität.
Wie viel kostet eine neue Verglasung für Low-E-Beschichtungen: Soft-Coat Hard-Coat Vergleich?
Low-E steht für Low Emissivity – auf Deutsch: geringe Emissivität.
Welchen U-Wert erreicht Low-E-Beschichtungen: Soft-Coat Hard-Coat Vergleich?
Soft-Coat ist die leistungsfähigere Beschichtung mit besseren Ug-Werten. Wer beim Fensterkauf nach der Verglasung fragt, sollte explizit nach dem Ug-Wert, der Gasfüllung und dem Beschichtungstyp fragen – diese drei Parameter bestimmen die thermische Qualität des Glases.
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