Sicherheitsfenster in Mietwohnungen: Wer muss handeln?
In Mietwohnungen stellt sich die Frage: Muss der Vermieter für Einbruchschutz sorgen? Wir klären Verkehrssicherungspflicht, Mieterrechte und Kostentragung.
Einbruchschutz in Mietwohnungen: Eine rechtlich komplexe Frage
Mieter möchten in ihrer Wohnung sicher wohnen – und das schließt auch Einbruchschutz ein. Doch die Frage, wer für die Sicherheit der Fenster verantwortlich ist und wer die Kosten trägt, ist im deutschen Mietrecht nicht so einfach beantwortet wie man denken könnte. Dieser Artikel erklärt die rechtliche Ausgangslage, die Rechte und Pflichten beider Seiten und gibt praktische Handlungsempfehlungen.
Die Verkehrssicherungspflicht des Vermieters
Jeder Vermieter hat eine Verkehrssicherungspflicht gegenüber seinen Mietern. Das bedeutet: Die Mietsache muss so beschaffen sein, dass keine unmittelbaren Gefahren für die körperliche Unversehrtheit der Mieter entstehen.
Für Fenster bedeutet das konkret:
Aber: Die Verkehrssicherungspflicht umfasst keinen generellen Anspruch auf Einbruchschutz. Es gibt kein Gesetz, das Vermieter verpflichtet, Fenster auf RC2-Niveau zu bringen.
Gibt es einen Anspruch auf Mindestschutz?
Die Rechtsprechung hat bislang keinen allgemeinen Anspruch auf Einbruchschutz als Mindeststandard des Mietrechts etabliert. Was Gerichte hingegen bejaht haben:
In der Praxis bedeutet das: Ein Mieter hat keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter freiwillig RC2-Fenster einbaut. Aber der Vermieter muss Fenster bereitstellen, die zumindest ordnungsgemäß schließen und ihren Grundzweck erfüllen.
Eigeninitiative des Mieters: Was ist erlaubt?
Viele Mieter möchten selbst für mehr Einbruchschutz sorgen. Das ist grundsätzlich möglich, aber an Bedingungen geknüpft.
Zustimmung des Vermieters ist erforderlich
Jede bauliche Veränderung an der Mietsache – und das schließt den Tausch von Fenstern oder die Montage von Sicherheitsbeschlägen ein – bedarf der Zustimmung des Vermieters. Das gilt auch für auf den ersten Blick harmlos wirkende Maßnahmen wie das Auftragen einer Sicherheitsfolie auf Glasscheiben.
Ausnahmen gibt es für:
Was der Mieter selbst finanzieren kann
Wenn der Vermieter zustimmt, kann der Mieter auf eigene Kosten:
Diese Maßnahmen bleiben Eigentum des Mieters. Beim Auszug muss der Mieter die Maßnahmen in der Regel rückgängig machen und den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.
Wer trägt die Kosten?
Kosten bei vermieterveranlasstem Fenstertausch
Wenn der Vermieter Fenster aus eigenem Antrieb erneuert und dabei auf RC2 upgradet, trägt er zunächst die vollständigen Kosten. Die Frage ist dann, ob er die Mehrkosten als Modernisierungsmieterhöhung umlegen darf.
Nach § 559 BGB darf der Vermieter nach einer Modernisierung die Jahresmiete um 8 % der aufgewendeten Kosten erhöhen. Das gilt auch für einbruchhemmende Maßnahmen, sofern sie als Modernisierung gelten (Verbesserung der Wohnsituation gegenüber dem bisherigen Standard).
Die Mieterhöhung ist aber auf 3 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche innerhalb von 6 Jahren begrenzt. Der Mieter kann der Modernisierung unter bestimmten Härtegründen widersprechen.
Kosten bei mieterseitig veranlasstem Tausch
Tauscht der Mieter mit Erlaubnis des Vermieters auf eigene Kosten Fenster aus, hat er normalerweise keinen Anspruch auf Kostenerstattung. Ausnahme: Wenn der Vermieter dem Tausch unter der Bedingung der Kostenerstattung zugestimmt hat oder wenn ein entsprechender Vertrag geschlossen wurde.
KfW-Förderung bei Mietobjekten
Die KfW-Förderung (Programm 455-E) ist auch für Vermieter zugänglich. Vermieter können die Förderung für einbruchhemmende Maßnahmen an Mietobjekten beantragen. Für Mieter selbst ist die Förderung nur zugänglich, wenn sie die Maßnahme mit ausdrücklicher Zustimmung des Vermieters auf eigene Kosten durchführen.
Praktische Empfehlungen für Mieter
Fazit
Im Mietrecht gibt es keinen generellen Anspruch auf RC2-Fenster. Die Verkehrssicherungspflicht des Vermieters umfasst nur funktionierende, grundsätzlich sichere Fenster. Mieter, die mehr Einbruchschutz wünschen, können mit Zustimmung des Vermieters auf eigene Kosten nachrüsten – aber nur nach Absprache und mit schriftlicher Erlaubnis.
Häufige Fragen
Wie sicher ist Sicherheitsfenster Mietwohnungen: Wer muss gegen Einbruch?
Mieter möchten in ihrer Wohnung sicher wohnen – und das schließt auch Einbruchschutz ein. Die Rechtsprechung hat bislang keinen allgemeinen Anspruch auf Einbruchschutz als Mindeststandard des Mietrechts etabliert.
Welche Widerstandsklasse hat Sicherheitsfenster Mietwohnungen: Wer muss?
Es gibt kein Gesetz, das Vermieter verpflichtet, Fenster auf RC2-Niveau zu bringen.
Was kostet die Nachrüstung mit Sicherheitsfenster Mietwohnungen: Wer muss?
Die Mieterhöhung ist aber auf **3 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche** innerhalb von 6 Jahren begrenzt.
Schützt Sicherheitsfenster Mietwohnungen: Wer muss auch im Erdgeschoss zuverlässig?
eine nicht richtig schließende Terrassentür) begünstigt wurde, kann der Vermieter haftbar sein In der Praxis bedeutet das: Ein Mieter hat keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter freiwillig RC2-Fenster einbaut.
Passenden Fachbetrieb finden
Fensto vermittelt Ihnen kostenlos qualifizierte Fachbetriebe für Ihr Fensterprojekt – egal ob Fenstertausch, Dachfenster oder Sicherheitsfenster.
Jetzt kostenlos anfragen →