VerglasungLesedauer: 7 Min.Januar 2026

Vakuumverglasung: Die Ultra-Slim-Scheibe mit Top-Dämmwerten

Vakuumverglasung erreicht Ug-Werte von 0,4 W/m²K bei nur 8mm Gesamtdicke. Wie die Technologie funktioniert, was sie kostet und warum sie vor allem im Denkmalschutz punktet.

Was ist Vakuumverglasung?

Vakuumverglasung ist eine der leistungsfähigsten Wärmedämmverglasungen überhaupt – und dabei so dünn wie manche Einfachscheiben aus den 1970er Jahren. Der Kern der Technologie: statt eines Gasfüllstoffs (Argon, Krypton) wie bei normalen Isolierverglasungen befindet sich zwischen den beiden Scheiben ein Vakuum – also praktisch kein Gas.

Gase leiten Wärme, auch wenn sie träge sind wie Argon oder Krypton. Vakuum dagegen leitet überhaupt keine Wärme durch Konvektion oder Konduktion. Das Ergebnis ist eine überragende Wärmedämmleistung bei minimaler Bautiefe.

Funktionsprinzip der Vakuumverglasung

Das Vakuum im Scheibenzwischenraum

Zwischen den beiden Glasscheiben einer Vakuumscheibe herrscht ein Druck von weniger als 0,001 mbar – das entspricht dem Druck in etwa 100 km Höhe über der Erde. Unter diesen Bedingungen findet keine Konvektion statt: keine Luftbewegung, kein Wärmetransport durch das Medium im SZR.

Das Problem: Zwei Glasscheiben mit einem Vakuum dazwischen hätten einen gigantischen Druckunterschied von innen nach außen (ca. 1 bar Atmosphärendruck von außen, Vakuum innen). Ohne Abstützung würden die Scheiben gegeneinander gedrückt und zerbrechen.

Die Abstandshalter-Punkte

Die Lösung: winzige metallische Abstandshalter-Punkte (Stützen) aus Stahl oder einer Keramik-Legierung, die in einem regelmäßigen Raster zwischen den Scheiben angeordnet sind. Typische Daten:

  • Durchmesser der Stützen: 0,3–0,5 mm
  • Höhe (= Scheibenzwischenraum): 0,1–0,3 mm
  • Rasterabstand: ca. 20–40 mm
  • Anzahl: mehrere Hundert pro Quadratmeter Glasfläche
  • Diese Stützpunkte sind mit bloßem Auge bei direktem Licht sichtbar, stören aber den normalen Blick durch das Fenster kaum.

    Randversiegelung und Vakuumerhalt

    Der Randverbund einer Vakuumscheibe ist besonders anspruchsvoll. Er muss:

  • Das Vakuum über Jahrzehnte halten
  • Gegen Glasdruck stabil bleiben
  • Dampfdicht sein
  • Bei modernen Vakuumscheiben wird häufig Lot (eine Glasfrittenversiegelung) als Randversiegelung eingesetzt, die im Ofen eingeschmolzen wird. Das gewährleistet dauerhaftere Dichtigkeit als polymere Dichtungen.

    Technische Daten und Leistungswerte

    Ug-Wert

    Vakuumverglasungen erreichen Ug-Werte von:

  • Standard-Vakuumverglasung: Ug ca. 0,5–0,7 W/m²K
  • Premium-Produkte mit Low-E-Beschichtung: Ug ca. 0,3–0,5 W/m²K
  • Das entspricht Dreifachverglasung oder besser – bei deutlich geringerer Bautiefe.

    Gesamtdicke

    Ein großer Vorteil der Vakuumverglasung:

  • Standardprodukt (Doppelvakuumverglasung): ca. 8–12 mm Gesamtdicke
  • Zum Vergleich: Dreifachverglasung ca. 36–44 mm Gesamtdicke
  • Die geringe Dicke ermöglicht den Einbau in historische Fensterrahmen, die für Isolierglas sonst zu dünn wären.

    g-Wert (Gesamtenergiedurchlass)

    Vakuumverglasung hat einen mittleren g-Wert von 0,45–0,60, vergleichbar mit Zweifachverglasung. Durch Kombination mit Sonnenschutzbeschichtung kann er auf 0,20–0,35 gesenkt werden.

    Schallschutz

    Durch die geringe Masse ist der Schallschutz von Vakuumverglasung geringer als bei schwerer Mehrfachverglasung. Rw-Werte liegen typisch bei 34–38 dB.

    Hersteller und Produkte

    Pilkington Spacia (NSG Group)

    Pilkington Spacia ist eines der ersten kommerziell erhältlichen Vakuumverglasungsprodukte:

  • Erhältlich seit Ende der 1990er Jahre
  • Ug-Wert: ca. 0,5–0,7 W/m²K
  • Gesamtdicke: ca. 9 mm
  • Haupteinsatz: denkmalgeschützte Gebäude, Schiebefenster
  • Verfügbar über Fachglashandel, nicht im Standardsortiment
  • LandGlass und chinesische Hersteller

    In den letzten Jahren sind mehrere chinesische Hersteller auf den Markt getreten, die Vakuumverglasungen mit konkurrenzfähigen Preisen anbieten. Die Qualitätskontrolle variiert stark.

    Neue Entwicklungen (FINEO, View)

    Neuere Produkte wie Fineo Glass (belgisch) oder amerikanische Startup-Entwicklungen setzen auf Vakuumtechnologie mit verbesserter Randversiegelung und Leistung.

    Preise – der entscheidende Nachteil

    Vakuumverglasung ist erheblich teurer als konventionelle Verglasung:

  • Normales Zweifach-Isolierglas: 50–120 €/m²
  • Hochwertiges Dreifach-Isolierglas: 100–200 €/m²
  • Vakuumverglasung: 300–600 €/m² (Pilkington Spacia u. ä.)
  • Faktor: 3–5x teurer als Dreifachverglasung
  • Dieser Preisunterschied ist der Hauptgrund, warum Vakuumverglasung bisher keine breite Marktdurchdringung erreicht hat.

    Einsatzbereiche: Wann Vakuumverglasung sinnvoll ist

    Denkmalschutz und historische Gebäude

    Das wichtigste Anwendungsgebiet. In denkmalgeschützten Gebäuden müssen oft schlanke, historisch anmutende Rahmenprofile erhalten bleiben. Eine normale Dreifachverglasung (40 mm) passt schlicht nicht in einen alten 10-mm-Glasfalz. Vakuumverglasung (8–12 mm) schon.

    Der Einsatz von Vakuumverglasung ermöglicht erhebliche Energieeinsparungen bei gleichzeitiger Bewahrung des historischen Erscheinungsbilds.

    Sanierung mit beengtem Einbauraum

    Bei Altbausanierungen, bei denen Rahmen oder Laibungen keinen Platz für dicke Dreifachverglasung bieten, kann Vakuumverglasung die Lösung sein.

    Hochwertige Objekte mit maximalem Dämmstandard

    Wer bereit ist, den Preisaufschlag zu zahlen, bekommt maximale Wärmedämmung bei minimaler Profilbreite – ästhetisch sehr attraktiv.

    Fazit

    Vakuumverglasung ist technologisch faszinierend und leistet Hervorragendes – Ug-Werte um 0,4 W/m²K bei nur 8 mm Dicke sind eine Leistung, die keine andere Technologie erreicht. Der Preis ist derzeit noch das entscheidende Hemmnis für die Massenverbreitung. Für Denkmalschutzgebäude und Sanierungen mit engem Einbauraum ist Vakuumverglasung jedoch schon heute die überzeugendste Lösung. In den nächsten Jahren dürften sinkende Produktionskosten die Technologie auch für breitere Anwendungen erschwinglich machen.

    Häufige Fragen

    Welche Verglasung eignet sich für Vakuumverglasung: Ultra-Slim-Scheibe Top-Dämmwerten?

    Vakuumverglasung ist eine der leistungsfähigsten Wärmedämmverglasungen überhaupt – und dabei so dünn wie manche Einfachscheiben aus den 1970er Jahren.

    Was ist der Unterschied zwischen den Verglasunsarten bei Vakuumverglasung: Ultra-Slim-Scheibe Top-Dämmwerten?

    Das Problem: Zwei Glasscheiben mit einem Vakuum dazwischen hätten einen gigantischen Druckunterschied von innen nach außen (ca. 8–12 mm Gesamtdicke Zum Vergleich: Dreifachverglasung ca.

    Wie viel kostet eine neue Verglasung für Vakuumverglasung: Ultra-Slim-Scheibe Top-Dämmwerten?

    Vakuumverglasung ist erheblich teurer als konventionelle Verglasung: Normales Zweifach-Isolierglas: 50–120 €/m² Hochwertiges Dreifach-Isolierglas: 100–200 €/m² Vakuumverglasung: 300–600 €/m² (Pilkington Spacia u.

    Welchen U-Wert erreicht Vakuumverglasung: Ultra-Slim-Scheibe Top-Dämmwerten?

    Vakuumverglasungen erreichen Ug-Werte von: Standard-Vakuumverglasung: Ug ca. Pilkington Spacia ist eines der ersten kommerziell erhältlichen Vakuumverglasungsprodukte: Erhältlich seit Ende der 1990er Jahre Ug-Wert: ca.

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