VerglasungLesedauer: 6 Min.Januar 2026

VSG – Verbundsicherheitsglas: Sicherheit durch Folie

VSG hält selbst nach dem Bruch zusammen – dank einlaminierter Folie. Alles über Aufbau, Schutzklassen, Einbruchschutz und Pflicht bei Überkopfverglasung.

Was ist Verbundsicherheitsglas?

Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die durch eine transparente Folie dauerhaft miteinander verbunden sind. Im Gegensatz zu ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) bleibt VSG nach dem Bruch zusammen: Die Folie hält die Scherben an Ort und Stelle, sodass keine gefährlichen Splitter fallen oder fliegen.

Diese Eigenschaft macht VSG zur ersten Wahl überall dort, wo Glasbruch Menschen gefährden kann, die unter der Verglasung stehen oder arbeiten, oder wo ein Durchbruch verhindert werden muss.

Aufbau und Funktionsprinzip

Der Standardaufbau von VSG ist: Glasscheibe + Folie + Glasscheibe. Die Folie – meistens PVB (Polyvinylbutyral) oder EVA (Ethylenvinylacetat) – wird unter Hitze und Druck zwischen die Scheiben laminiert. Das Ergebnis ist ein nahezu homogenes Verbundmaterial.

Wenn VSG bricht, reißt das Glas auf der Bruchfläche, aber die Folie hält alle Splitter fest. Das Glas bekommt zwar einen „weißen Schleier" (die gerissene Folie) und wird undurchsichtig, bleibt aber in der Fuge hängen.

PVB-Folie ist Standard für die meisten Anwendungen. Besonderheiten:

  • PVB-Folie: transparente, harte Schicht, Standarddicke 0,38 mm oder 0,76 mm, gute Haftung an Glas
  • EVA-Folie: ähnliche Eigenschaften, teils bessere Feuchtebeständigkeit, häufig bei Spezialanwendungen
  • Mehrere Folien können laminiert werden, um dickere VSG-Pakete für höheren Schutz herzustellen
  • Die Mindestdicke für VSG liegt bei 6 mm (zwei 3-mm-Scheiben + Folie). Für Einbruchschutz oder Sonderschutz werden deutlich dickere Pakete eingesetzt.

    VSG vs. ESG: Die entscheidenden Unterschiede

    Beide Glastypen zählen zu Sicherheitsglas, verhalten sich im Bruchfall aber grundlegend anders:

  • ESG: zerfällt bei Bruch vollständig in kleine Krümel, bietet keinen Restwiderstand nach dem Bruch, kein Einbruchschutz
  • VSG: bleibt nach dem Bruch zusammen, Folie hält Scheibe in der Fuge, kann je nach Aufbau erheblichem Durchtrittsversuch widerstehen
  • Für Sturzhöhen über 4 m und bei Überkopfverglasungen ist VSG aus diesem Grund vorgeschrieben – ein herabfallendes ESG-Paket kann trotz kleiner Krümel gefährlich werden. VSG hingegen bleibt im Rahmen hängen.

    Einbruchschutz mit VSG

    VSG ist die Grundlage für Einbruchschutzverglasungen. Die europäischen Widerstandsklassen (RC) nach EN 356 beziehen sich auf die Zeit und Kraft, die benötigt wird, um die Scheibe zu durchbrechen:

  • P4A (RC2): Widerstand gegen Werkzeug (Schraubenzieher, Keile) über 3 Minuten – empfohlen für Erdgeschoss und gefährdete Bereiche
  • P5A (RC3): Widerstand gegen Brechstange und Schlagwerkzeug über 5 Minuten – für hohe Einbruchgefährdung
  • P6B (RC4): Widerstand gegen erfahrene Täter mit schwerem Werkzeug – für Bankfilialen, Juweliere
  • Die Dicke des VSG-Pakets steigt mit der Widerstandsklasse erheblich an. P4A ist typischerweise 6,8 mm (zwei 3-mm-Scheiben + 0,8 mm PVB), P5A und P6B können Dicken von 12–25 mm erreichen.

    Important: Einbruchschutzglas allein genügt nicht. Der Rahmen, die Beschläge und die Montage müssen auf dieselbe Schutzklasse ausgelegt sein – sonst hebelt der Täter den Rahmen aus, nicht die Scheibe.

    Pflicht bei Überkopfverglasung

    Bei allen Verglasungen, unter denen sich Menschen aufhalten können, ist VSG gesetzlich vorgeschrieben. Dies betrifft:

  • Glasdächer und Glasüberdachungen
  • Wintergarten-Dachelemente
  • Glasböden und Lichtdecken
  • Überdachte Wege und Passagen mit Glasdach
  • Treppen mit Glasoberlicht
  • Die Norm DIN 18008 regelt Bemessung und Ausführung von Glas im Bauwesen. Bei Überkopfverglasungen muss die Unterseite immer aus VSG bestehen, damit auch nach einem Scheibenbruch kein Glas herabfällt.

    Schallschutz durch VSG

    Ein wenig beachteter Vorteil von VSG ist seine Schallschutzeigenschaft. Die PVB-Folie dämpft Körperschall und wirkt als akustische Entkopplung zwischen den Scheiben. Dadurch hat VSG gegenüber gleich dickem Einscheibenglas einen deutlich besseren Schalldämmwert.

    Für Schallschutzfenster in Lärmbereichen (Straßenlärm, Fluglärm) werden häufig VSG-Scheiben mit unterschiedlicher Glasdicke kombiniert. Die unterschiedlichen Scheibenmassen verschieben die Koinzidenzgrenze und verbessern die Schalldämmung über ein breites Frequenzspektrum.

    Typische Schallschutz-VSG-Konfigurationen:

  • 6,8 VSG (3/0,8 PVB/3) als innere Scheibe einer Isolierverglasung: Rw ca. 33 dB
  • 10,8 VSG (4/0,8/6): deutlich besserer Schalldämmwert, besonders bei tiefen Frequenzen
  • Asymmetrisches VSG (z.B. 33.2): Scheiben mit Unterschied in der Dicke reduzieren die Spuranpassung
  • VSG in Isolierverglasung

    VSG wird häufig als Bestandteil von Isolierverglasungen eingesetzt. Typische Aufbauten:

  • VSG als innere Scheibe: schützt Personen im Raum bei Einbruchversuch, Schallschutz
  • VSG als äußere Scheibe: Einbruchschutz, Vandalismus-Schutz
  • Beide Scheiben als VSG: maximaler Schutz, z.B. bei Überkopfverglasung mit Isolierglas
  • Die Bezeichnung eines solchen Aufbaus lautet z.B. „33.2/16 Ar/4 ESG" – innen VSG, außen ESG, dazwischen Argon.

    Kosten und Einbau

    VSG kostet mehr als normales Floatglas, da der Laminierungsprozess aufwendiger ist. Richtwerte:

  • Standard-VSG 33.1 (zwei 3-mm-Scheiben, eine 0,38-mm-Folie): etwa 50–80% Aufpreis gegenüber Floatglas
  • Einbruchschutz P4A: Aufpreis 100–200% gegenüber Standard-Isolierverglasung
  • VSG für Überkopf-Einbau: Planung und Norm-Nachweis nötig, individuell zu kalkulieren
  • Der Einbau von VSG in Isolierglaskonstruktionen erfordert spezielle Rahmensysteme, da VSG-Pakete meist schwerer und dicker sind als Standard-Isolierglas. Der Fensterbauer muss das bei der Rahmenwahl berücksichtigen.

    Fazit

    VSG ist das Sicherheitsglas für Anwendungen, bei denen nach dem Bruch noch Restwiderstand gefragt ist: Einbruchschutz, Überkopfverglasung und Schallschutz sind die wichtigsten Einsatzfelder. Im Unterschied zu ESG bleibt VSG zusammen – das macht es in vielen sicherheitskritischen Bereichen unverzichtbar.

    Häufige Fragen

    Welche Verglasung eignet sich für VSG – Verbundsicherheitsglas: Sicherheit?

    Bei Überkopfverglasungen muss die Unterseite immer aus VSG bestehen, damit auch nach einem Scheibenbruch kein Glas herabfällt. Typische Schallschutz-VSG-Konfigurationen: 6,8 VSG (3/0,8 PVB/3) als innere Scheibe einer Isolierverglasung: Rw ca.

    Was ist der Unterschied zwischen den Verglasunsarten bei VSG – Verbundsicherheitsglas: Sicherheit?

    Dadurch hat VSG gegenüber gleich dickem Einscheibenglas einen deutlich besseren Schalldämmwert. Für Schallschutzfenster in Lärmbereichen (Straßenlärm, Fluglärm) werden häufig VSG-Scheiben mit unterschiedlicher Glasdicke kombiniert.

    Wie viel kostet eine neue Verglasung für VSG – Verbundsicherheitsglas: Sicherheit?

    VSG kostet mehr als normales Floatglas, da der Laminierungsprozess aufwendiger ist.

    Welchen U-Wert erreicht VSG – Verbundsicherheitsglas: Sicherheit?

    Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die durch eine transparente Folie dauerhaft miteinander verbunden sind.

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