Förderung & FinanzierungLesedauer: 7 Min.Januar 2026

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Mehr Förderung durch Planung

Der iSFP bringt 5 % Zusatzbonus bei der BAFA-Förderung und legt den Grundstein für effiziente Schritt-für-Schritt-Sanierungen. Was er kostet, wer ihn erstellt.

Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan?

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein standardisiertes Beratungsdokument, das den aktuellen energetischen Zustand eines Wohngebäudes beschreibt und einen konkreten, auf das Gebäude und den Eigentümer zugeschnittenen Sanierungsplan für die nächsten Jahre aufzeigt. Er wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz entwickelt und hat einen einheitlichen, gesetzlich festgelegten Aufbau.

Der iSFP ist kein abstraktes Gutachten, sondern ein praxisorientierter Leitfaden: Er zeigt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, wie viel Energie und Geld sie jeweils sparen, was sie kosten – und welche Förderungen dafür verfügbar sind. Für Hauseigentümer, die nicht auf einen Schlag alles sanieren können oder wollen, ist er ein wertvolles Planungsinstrument.

Der iSFP-Bonus: 5 Prozentpunkte mehr bei der BAFA

Einer der wichtigsten finanziellen Anreize für den iSFP ist der BAFA-Förderbonus: Wer beim Antrag auf BAFA BEG EM (Einzelmaßnahmen) einen gültigen iSFP vorlegen kann und die Maßnahme im Fahrplan verankert ist, erhält zusätzlich 5 Prozentpunkte Förderung. Statt 15 Prozent gibt es dann 20 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten.

Bei einem Fensterprojekt mit 20.000 Euro förderfähigen Kosten bedeutet das:

  • Ohne iSFP: 15 Prozent = 3.000 Euro Zuschuss
  • Mit iSFP: 20 Prozent = 4.000 Euro Zuschuss
  • Der Mehrwert durch den iSFP beträgt in diesem Beispiel 1.000 Euro – deutlich mehr als die Kosten für die Erstellung des Fahrplans, die in der Regel zwischen 500 und 1.500 Euro liegen und selbst förderfähig sind.

    Was enthält ein iSFP?

    Der Sanierungsfahrplan ist in mehrere Abschnitte unterteilt:

    Aktueller Zustand des Gebäudes

    Der Energieberater erfasst alle relevanten Gebäudedaten: Baujahr, Gebäudetyp, Nutzfläche, aktuelles Heizsystem, Zustand der Gebäudehülle (Dach, Fassade, Keller, Fenster), Lüftungsanlage. Auf dieser Basis wird der aktuelle Energieverbrauch und Primärenergiebedarf berechnet.

    Sanierungsempfehlungen in Modulen

    Der Fahrplan gliedert die empfohlenen Maßnahmen in Module, die jeweils unabhängig voneinander umgesetzt werden können. Typische Module:

  • Modul Dach/Dachboden
  • Modul Außenwände
  • Modul Fenster und Außentüren
  • Modul Keller/Bodenplatte
  • Modul Heizung
  • Modul Warmwasser
  • Modul Lüftung
  • Für jedes Modul werden die empfohlene Maßnahme, die voraussichtlichen Kosten, die erwartete Energieeinsparung und die verfügbaren Förderungen angegeben.

    Sanierungsreihenfolge

    Ein wichtiger Teil des iSFP ist die empfohlene Reihenfolge der Maßnahmen. Diese ist nicht willkürlich, sondern energetisch optimiert: Zuerst wird die Gebäudehülle verbessert (Fenster, Dämmung), dann die Heizung angepasst. So verhindert man, dass eine neue Heizung überdimensioniert ist, weil sie für ein noch schlecht gedämmtes Gebäude ausgelegt wurde.

    Zielbild

    Der iSFP zeigt auch das Endziel: Welchen Effizienzstandard erreicht das Gebäude, wenn alle Maßnahmen umgesetzt sind? Das hilft Eigentümern, langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen.

    Wer erstellt einen iSFP?

    Einen iSFP darf nur ein zugelassener Energieeffizienz-Experte (EEE) aus der DENA-Expertenliste erstellen. Der Beratungsprozess umfasst in der Regel:

  • Ein Vor-Ort-Termin im Gebäude (2–3 Stunden)
  • Auswertung der gesammelten Daten
  • Erstellung des Fahrplan-Dokuments im offiziellen iSFP-Tool (staatliches Softwaretool)
  • Übergabe und Erläuterung an den Eigentümer (30–60 Minuten)
  • Die Verbraucherzentrale bietet die iSFP-Erstellung ebenfalls an – oft zu günstigeren Konditionen als freie Energieberater.

    Was kostet die Erstellung?

    Die Kosten variieren je nach Anbieter, Gebäudegröße und Region:

  • Kleines Einfamilienhaus: 500–900 Euro
  • Mittleres Einfamilienhaus: 800–1.500 Euro
  • Größeres Mehrfamilienhaus: 1.500–3.000 Euro
  • Diese Kosten sind selbst förderfähig: Die BAFA fördert die iSFP-Erstellung mit einem Zuschuss von bis zu 50 Prozent der Beratungskosten, maximal 650 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und 850 Euro für größere Gebäude. Damit sinkt der tatsächliche Eigenanteil erheblich.

    Für wen lohnt sich der iSFP besonders?

    Der iSFP ist besonders sinnvoll für Eigentümer, die:

  • Ihr Gebäude schrittweise über mehrere Jahre sanieren wollen
  • Mehrere Maßnahmen planen und die optimale Reihenfolge kennen möchten
  • Den BAFA-Zusatzbonus in vollem Umfang nutzen wollen
  • Ein älteres Gebäude besitzen, das umfassenden Sanierungsbedarf hat
  • Unsicher sind, welche Maßnahmen zuerst sinnvoll sind
  • Für Haushalte, die nur eine einzige, klar definierte Maßnahme planen (z.B. nur Fenster) und keinen weiteren Sanierungsbedarf sehen, ist der iSFP weniger zwingend – der BAFA-Bonus von 5 % kann aber dennoch die Kosten der Erstellung übersteigen.

    Gültigkeitsdauer und Aktualisierung

    Ein iSFP ist für den Zeitraum von 15 Jahren gültig. Er kann bei Bedarf aktualisiert werden, wenn sich die Randbedingungen wesentlich ändern (z.B. Eigentümerwechsel, größere Veränderungen am Gebäude). Für den BAFA-Bonus muss der iSFP zum Zeitpunkt der Antragstellung gültig und die betreffende Maßnahme muss darin enthalten sein.

    Fazit

    Der individuelle Sanierungsfahrplan ist mehr als ein Papiertiger – er ist ein echtes Planungsinstrument und eine lohnende Investition. Der BAFA-Bonus von 5 Prozentpunkten übersteigt bei vielen Projekten die Kosten der Erstellung. Und die Förderung der Erstellung selbst reduziert den Eigenanteil auf einen überschaubaren Betrag. Wer langfristig und strategisch sanieren will, sollte mit dem iSFP beginnen.

    Häufige Fragen

    Welche Förderung gibt es für Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Mehr?

    Einer der wichtigsten finanziellen Anreize für den iSFP ist der BAFA-Förderbonus: Wer beim Antrag auf BAFA BEG EM (Einzelmaßnahmen) einen gültigen iSFP vorlegen kann und die Maßnahme im Fahrplan verankert ist, erhält zusätzlich 5 Prozentpunkte Förderung.

    Wie beantrage ich eine Förderung für Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Mehr?

    Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist ein standardisiertes Beratungsdokument, das den aktuellen energetischen Zustand eines Wohngebäudes beschreibt und einen konkreten, auf das Gebäude und den Eigentümer zugeschnittenen Sanierungsplan für die nächsten Jahre aufzeigt.

    Wie viel Förderung kann ich für Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Mehr bekommen?

    Einer der wichtigsten finanziellen Anreize für den iSFP ist der BAFA-Förderbonus: Wer beim Antrag auf BAFA BEG EM (Einzelmaßnahmen) einen gültigen iSFP vorlegen kann und die Maßnahme im Fahrplan verankert ist, erhält zusätzlich 5 Prozentpunkte Förderung.

    Kann ich mehrere Förderprogramme für Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Mehr kombinieren?

    Einer der wichtigsten finanziellen Anreize für den iSFP ist der BAFA-Förderbonus: Wer beim Antrag auf BAFA BEG EM (Einzelmaßnahmen) einen gültigen iSFP vorlegen kann und die Maßnahme im Fahrplan verankert ist, erhält zusätzlich 5 Prozentpunkte Förderung.

    Passenden Fachbetrieb finden

    Fensto vermittelt Ihnen kostenlos qualifizierte Fachbetriebe für Ihr Fensterprojekt – egal ob Fenstertausch, Dachfenster oder Sicherheitsfenster.

    Jetzt kostenlos anfragen →
    Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Mehr Förderung durch Planung | Fensto Ratgeber | Fensto