VerglasungLesedauer: 5 Min.Januar 2026

Sonnensteuerungsglas: g-Wert, Lichtdurchlässigkeit und Anwendungen

Sonnensteuerungsglas hält Wärme draußen und schützt vor Überhitzung. Was g-Wert und Lichtdurchlass bedeuten und für welche Fenster das Glas sinnvoll ist.

Was ist Sonnensteuerungsverglasung?

Sonnenstrahlung ist im Sommer eine der Hauptursachen für überhitzte Räume. Wer große Fensterflächen nach Süden oder Westen hat und auf außenliegende Sonnenschutzrollos verzichtet, kennt das Problem: Selbst bei angenehmen Außentemperaturen heizt die direkte Sonne den Raum auf über 30 Grad auf. Sonnensteuerungsverglasung setzt genau hier an – sie reduziert den Energieeintrag durch die Scheibe, ohne dabei auf Tageslicht zu verzichten.

Das Besondere an Sonnensteuerungsglas ist die spezielle Beschichtung, die kurzwellige Solarstrahlung teilweise reflektiert oder absorbiert, während sie sichtbares Licht möglichst gut durchlässt. Das Verhältnis zwischen diesen beiden Eigenschaften beschreibt der g-Wert und die Lichttransmission (τv).

Der g-Wert: Gesamtenergiedurchlassgrad

Der g-Wert (auch: Gesamtenergiedurchlassgrad oder solarer Wärmegewinn) ist das wichtigste Kennzeichen von Sonnenschutzglas. Er gibt an, wie viel der auftreffenden Solarenergie insgesamt ins Rauminnere gelangt – also sowohl direkt durchgelassene Strahlung als auch die Wärme, die das Glas nach innen abgibt.

Typische g-Werte im Vergleich:

  • Normales Isolierglas (ohne Sonnenschutz): g = 0,60–0,72
  • Sonnenschutzverglasung Standard: g = 0,35–0,50
  • Sonnenschutzverglasung Premium: g < 0,35
  • Sonnenschutzfolie auf Glas: g = 0,25–0,45 (je nach Folie)
  • Ein g-Wert von 0,30 bedeutet, dass nur 30% der Solarenergie ins Gebäude gelangt – ein erheblicher Unterschied zu unkontrolliertem Wärmeeintrag.

    Lichttransmission τv: Licht rein, Hitze draußen

    Der Knackpunkt bei Sonnenschutzverglasung ist das Verhältnis zwischen g-Wert und Lichtdurchlass. Gutes Sonnenschutzglas lässt möglichst viel sichtbares Licht durch (hohe Lichttransmission τv) und gleichzeitig möglichst wenig Wärme (niedriger g-Wert).

    Dieses Verhältnis wird als Selektivitätsfaktor ausgedrückt:

  • Selektivitätsfaktor = τv / g
  • Werte über 1,5 gelten als gut
  • Spitzengläser erreichen Werte von 1,8–2,0
  • Praktische Beispiele:

  • Einfaches Sonnenschutzglas: τv = 0,50, g = 0,40 → Selektivität 1,25 (eher dunkel und trotzdem warm)
  • Hochwertiges Sonnenschutzglas: τv = 0,65, g = 0,33 → Selektivität 1,97 (hell und trotzdem kühl)
  • Billige Sonnenschutzgläser erreichen ihre niedrigen g-Werte oft nur durch starke Abdunkelung. Hochwertige Produkte trennen Licht und Wärme viel gezielter.

    Wo sitzt die Beschichtung?

    Bei einer Dreifachverglasung gibt es sechs Scheibenflächen (Scheiben 1–3, jeweils Außen- und Innenoberfläche). Die Sonnenschutzbeschichtung sitzt typischerweise auf Scheibenfläche 2 (Innenseite der äußeren Scheibe) bei Zweifachverglasung, oder auf Fläche 2 oder 4 bei Dreifachverglasung.

    Die Positionierung beeinflusst die Wirkungsweise:

  • Beschichtung auf Fläche 2 (außenliegend im SZR): Strahlung wird bereits früh reflektiert, das Glas erwärmt sich weniger stark – gut für sommerlichen Hitzeschutz
  • Wärmeschutzbeschichtung auf Fläche 3 oder 5: Hält Wärme im Raum – gut für winterlichen Wärmeschutz
  • Hersteller kombinieren oft beide Beschichtungen in einer Dreifachverglasung, um sowohl Wärmeschutz im Winter als auch Sonnenschutz im Sommer zu erreichen.

    Anwendung: Süd- und Westfenster

    Sonnenschutzverglasung ist nicht überall sinnvoll – sie ist eine gezielte Maßnahme für Fenster, die starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind:

  • Südorientierte Fenster: Maximale Sonneneinstrahlung über Mittag und nachmittags. Besonders große Verglasungsflächen sollten hier mit Sonnenschutz ausgestattet werden.
  • Westorientierte Fenster: Tiefstehende Abendsonne im Sommer ist besonders intensiv und kann Räume stark aufheizen. Sonnenschutzglas oder außenliegender Sonnenschutz sind hier besonders effektiv.
  • Dachfenster und Glasdächer: Nahezu senkrechter Einstrahlwinkel im Sommer bedeutet maximalen Energieeintrag. Sonnenschutzverglasung ist hier fast immer sinnvoll.
  • Wintergärten: Große Glasflächen ohne Sonnenschutzverglasung werden im Sommer unbenutzbar. g-Werte von 0,25–0,35 sind für Wintergärten empfohlen.
  • Nordfenster benötigen in der Regel keine Sonnenschutzverglasung – hier fehlt die direkte Sonnenstrahlung.

    Kann man Wärmeschutz und Sonnenschutz kombinieren?

    Ja – und das ist bei modernen Dreifachverglasungen sogar Standard. Eine solche Kombiverglasung hat:

  • Eine Wärmeschutzbeschichtung (Low-E) zur Reduktion des Wärmeverlustes im Winter
  • Eine Sonnenschutzbeschichtung zur Reduktion des Solareintrags im Sommer
  • Einen niedrigen Ug-Wert (0,5–0,7 W/m²K)
  • Einen moderat niedrigen g-Wert (0,30–0,45)
  • Diese Kombination ist für die meisten deutschen Klimabedingungen ideal: Im Winter gehen durch die Fenster keine Heizkosten verloren, im Sommer überhitzen die Räume nicht.

    Sonnenschutzverglasung vs. außenliegender Sonnenschutz

    Eine häufige Frage: Ist Sonnenschutzglas besser als ein Außenrollo oder eine Markise?

    Beides hat seine Berechtigung:

  • Außenliegender Sonnenschutz (Rollo, Jalousie, Markise) ist bei Bedarf variabel einsetzbar. An trüben Sommertagen oder im Winter bleibt er geöffnet, sodass volle Helligkeit und Wärmegewinne möglich sind.
  • Sonnenschutzverglasung wirkt immer – auch an Wintertagen wird die Sonnenwärme reduziert, was ein kleiner Nachteil ist.
  • Außenliegender Sonnenschutz ist wartungsanfällig (Antrieb, Sturmschäden), Sonnenschutzverglasung nicht.
  • Kombination beider Maßnahmen ist möglich und ergibt den besten Hitzeschutz.
  • Fazit

    Sonnenschutzverglasung mit niedrigem g-Wert und hoher Lichttransmission ist für Süd- und Westfenster eine sehr sinnvolle Maßnahme, insbesondere wenn kein außenliegender Sonnenschutz installiert werden kann oder soll. Die Qualität des Glases entscheidet dabei darüber, ob man einen dunklen Raum oder einen hellen, kühlen Raum bekommt. Achten Sie beim Kauf auf den Selektivitätsfaktor und lassen Sie sich beide Kennwerte – g-Wert und τv – schriftlich bestätigen.

    Häufige Fragen

    Welche Verglasung eignet sich für Sonnensteuerungsglas: g-Wert, Lichtdurchlässigkeit Anwendungen?

    Sonnensteuerungsverglasung setzt genau hier an – sie reduziert den Energieeintrag durch die Scheibe, ohne dabei auf Tageslicht zu verzichten. Bei einer Dreifachverglasung gibt es sechs Scheibenflächen (Scheiben 1–3, jeweils Außen- und Innenoberfläche).

    Was ist der Unterschied zwischen den Verglasunsarten bei Sonnensteuerungsglas: g-Wert, Lichtdurchlässigkeit Anwendungen?

    Sonnenstrahlung ist im Sommer eine der Hauptursachen für überhitzte Räume.

    Wie viel kostet eine neue Verglasung für Sonnensteuerungsglas: g-Wert, Lichtdurchlässigkeit Anwendungen?

    Sonnenstrahlung ist im Sommer eine der Hauptursachen für überhitzte Räume.

    Welchen U-Wert erreicht Sonnensteuerungsglas: g-Wert, Lichtdurchlässigkeit Anwendungen?

    Sonnenstrahlung ist im Sommer eine der Hauptursachen für überhitzte Räume.

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